Zur aktuellen Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe (DUH), »Betreiber von LNG-Terminals, Gasspeichern und Raffinerien verschwenden Erdgas: Deutsche Umwelthilfe deckt entweichende Methan-Emissionen auf«, erklärt der Aachener Abgeordnte Dr. Fabian Fahl, klimapolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Die Linke:
„Ich habe mir zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe auch zwei Stationen in der Städteregion Aachen angeschaut. Auch an den Verdichterstationen in Würselen und Stolberg wird offenbar in vermeidbarer Weise Methan freigesetzt. Das ist extrem klimaschädlich. Methan wirkt, auf 20 Jahre bezogen, 81-mal stärker auf das Klima als CO2“, so Fabian Fahl zu den Recherchen der DUH.
„Bereits im März habe ich eine Große Anfrage an die Bundesregierung gestellt, weil wirksame Maßnahmen zur Reduzierung von Methan-Emissionen in Deutschland fehlen [Bundestagsdrucksache 21/4598]. Ohne sie wird Deutschland die notwendige Klimaneutralität bis 2045 nicht erreichen können.“
Hintergund
An 13 von 44 untersuchten Anlagen der Öl- und Gasinfrastruktur haben die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und die US-amerikanische NGO Earthworks mithilfe einer Spezialkamera unkontrolliert austretende Methan-Emissionen und andere Kohlenwasserstoffe festgestellt. Betroffen sind LNG-Terminals, Gasspeicher, Verdichterstationen im Gasnetz und Raffinerien. Die Anlagen in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und in den Niederlanden wurden im September 2026 untersucht. Die DUH wird die Betreiber der betroffenen Anlagen und die Behörden informieren und schriftlich dazu auffordern, die Vorgaben aus der EU-Methanverordnung umzusetzen.
Die Methanverordnung verpflichtet Unternehmen, die in der Europäischen Union Öl, Kohle und fossiles Gas fördern und transportieren, seit 2024 ihre Methan-Emissionen basierend auf Messungen zu quantifizieren, ihre Infrastruktur regelmäßig auf Emissionsquellen zu überprüfen und diese gegebenenfalls zu reparieren. Mithilfe von FLIR 320 OGI-Kameras können Earthworks und die DUH unsichtbares Methan und flüchtige organische Verbindungen (VOCs) in Echtzeit sichtbar machen. Sie sind der Industriestandard, um Emissionen bei Reparaturen, Leckagen oder fehlerhaftem Equipment festzustellen.
Weitere Informationen
- Pressemitteilung der Deutschen Umwelthilfe
- Tabelle zu den Messergebnissen (inkl. Stolberg und Würselen) (PDF)
- Video-Material (unter anderem aus Würselen) zu den Messungen finden Sie hier: https://l.duh.de/261013material
Geograph Dr. Fabian Fahl aus Aachen ist Mitglied des Bundestags seit 2025 und Klimapolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke.
