Herr Präsident! Beim Klimaschutz hören hier viele eh weg. Vielleicht hilft der Hinweis auf andere Auswirkungen: Der Sandkasten ist keine Endstation.
Denn wenn gefährliche Stoffe entweichen, dringen sie in Kreisläufe ein. Wir sprechen zwar von Gasen; aber zu den Abbauprodukten zählen Ewigkeitschemikalien, die nicht nur in Boden und Wasser, sondern auch in Körper gelangen. Über Regen gelangen die sogenannten PFAS in Sandkästen. Chemikalien werden über Haut, Mund, Nase, Ohren aufgenommen. Was im Körper alles stattfindet, ist unklar. Der Sandkasten ist keine Endstation, sondern Eintrittspforte. Kleinkinder spielen unschuldig mit Sand. Eltern schauen zu. Sie denken: Das ist sicher. Die Politik ist zuständig.
Trifluoressigsäurewerte steigen. Bei der Fichte erhöhten sie sich zum Beispiel von 60 Mikrogramm pro Kilo im Jahr 1985 um 1 600 Prozent auf 960 im Jahr 2021. Gleichzeitig ein Hinweis in der heutigen Verordnung: „Der Wirtschaft entstehen einmalige Kosten aus Gebühren in Höhe von 10,2 Millionen Euro.“ Wo steht eigentlich, wie viele Menschenleben einzelne Gesetze kosten oder retten?
„Vorsicht ist besser als Nachsicht“ – dieses Vorsorgeprinzip galt mal als Leitlinie der EU. Und mit Vorsorge ist hier nicht gemeint, dass man für Parteifreundinnen und -freunde, Familienmitglieder oder Unternehmen vorsorgt.
Angesichts der aktuellen Klimapolitik kann ich kein Interesse an jüngeren Generationen feststellen. Deshalb kurz für die, die sich vom Hinweis nicht abgeholt fühlen: Auch Sie atmen, essen und trinken Ewigkeitschemikalien. Umweltämter sind für Kontrollen zu schlecht ausgestattet. Eine Anpassung an EU-Recht ist natürlich trotzdem nötig. Klimaschutz. Radikal. Sozial.
Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (16. Ausschuss) zu der Verordnung der Bundesregierung zur Durchführung der Verordnung (EU) 2024/573 über fluorierte Treibhausgase, Drucksachen 21/4294(neu), 21/4383 Nr. 2, 21/4993
