Angesichts der Castor-Transporte vom Forschungszentrum Jülich bei Aachen in das Zwischenlager Ahaus erneuert der Aachener Bundestagsabgeordnete Dr. Fabian Fahl (Die Linke) seine scharfe Kritik am Vorgehen der Bundesregierung. Als Mitglied des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit fordert Fahl den sofortigen Stopp der Transporte und ein Moratorium, um eine sicherere Lösung am Standort Jülich zu ermöglichen. „Dass der hochradioaktive Atommüll nun über 170 Kilometer Autobahn durch dicht besiedeltes Gebiet in Nordrhein-Westfalen rollt, ist ein unverantwortliches Risiko“, erklärt der Abgeordnete. Bei den 152 Behältern mit rund 300.000 Brennelementekugeln handele es sich um Transporte, die keine technische Notwendigkeit seien, sondern das Ergebnis jahrelanger politischer Verschleppung.
Fahl begründet seine Ablehnung der Transporte vor allem mit den Sicherheitsmängeln am Zielort und der verfehlten Prioritätensetzung der Behörden. Nach seiner Ansicht bietet das Zwischenlager Ahaus keinen ausreichenden Schutz gegen moderne Bedrohungsszenarien wie gezielte Flugzeugabstürze oder Terroranschläge. Zudem fehle eine langfristige Perspektive, da die Genehmigung für das Lager bereits im Jahr 2036 erlischt. Dass der Haushaltsausschuss des Bundestages dennoch aus Kostengründen auf die Verbringung nach Ahaus drängt, kritisiert Fahl scharf, da Sicherheit niemals gegen Haushaltsersparnisse ausgespielt werden dürfe. Der Neubau eines erdbebensicheren und modernisierten Zwischenlagers direkt in Jülich wäre die deutlich risikoärmere Option gewesen, wurde jedoch zugunsten einer vermeintlich billigen Lösung verworfen. Es sei bedauerlich, dass gerade Die Grünen in der vorigen Bundesregierung und in NRW diesen Weg möglich gemacht haben. Ohne ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Endlagerung bleibe das Vorgehen der Bundesregierung Stückwerk, das lediglich den Atommüll von einem unsicheren Provisorium ins nächste verschiebe und dabei unnötige Transportrisiken für die Bevölkerung in Kauf nehme.
Fahl unterstützt ausdrücklich die Proteste der Bürgerinitiativen in Jülich und Ahaus: „Der Widerstand der Menschen vor Ort ist berechtigt. Wir brauchen kein ‚Augen zu und durch‘ der Behörden, sondern einen ehrlichen Dialog und den Verbleib des Mülls am Standort Jülich unter maximalen Sicherheitsvorkehrungen.“ Der Aachener Abgeordnete wird die Entwicklungen eng begleiten und fordert die verantwortlichen Ministerien auf, die Transporte jetzt noch abzusagen, um den Weg für ein rechtskräftiges Moratorium frei zu machen.
